Teil eines Werkes 
1. Th. (1863)
Entstehung
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ſich ſchließt. Grunow hatte gekonnt. Er war nicht ge⸗ tragen worden, ſondern geſtiegen. Jetzt hatte er ſeinen Platz, freilich keinen unbeſtrittenen. Um die vier Fuß⸗ breit Stufen, die er auf dem heiligen Berg der Gegen⸗ wart einnahm, denn mehr wird keinem Emporgeklimmten gegönnt, um dieſen engen ſchwindelnden Platz mußte er täglich kämpfen. Seine Sohlen hatten ſich an den Boden feſtgeſogen, er behauptete ſich und ſtand, aber die Er⸗ müdung, welche das tägliche Ringen ihn koſtete, war ſichtbar, ſowohl in ſeiner Perſon, wie in ſeinen Bü⸗ chern, durch die es wie der laute Athem einer über⸗ menſchlichen Anſtrengung ging. Das hatte Cäcilia bei dem Leſen derſelben gefühlt, und das hatte ihr für Grunow eine Theilnahme eingeflößt, wie ſie dem Schriftſteller ſelten wird, weil ſte dem Menſchlichen in ihm gilt. Als Frau von Amſtetter bei der Abreiſe ihrer jungen Freun⸗ din dieſe fragte:„Willſt Du einen Brief an Grunow?“ da hatte ſie geantwortet:„ja, ich werde gern ſelbſt ſehen, wie ein moderner Athlet ſich ausnimmt.“

Nun ſah ſie ihn ſelbſt und fand ihn wie ihre Vorſtellung von ihm. Cäcilie conſtruirte ſich die Perſön⸗ lichkeiten nach dem von ihnen Gegebenen meiſtens richtig, das machte, ihre Erwartungen beruhten nicht auf der Einbildungskraft, ſondern auf logiſchen Schlüſſen. Sie wandte inſtinktiv in der Pſychologie die Mathematik an.