Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

34 ſie verborgen hat, aber ich denke, es kann nicht weit von hier ſein.“

„Dieſer Crohoore,“ ſagte eine aͤltliche Frau, „war mir immer ein widriger Anblick.“ Sie ging gebuͤckt, ſchoß auf die andre Seite, ſah mit Vorſicht umher, und fluͤſterte ſo leiſe, als wenn ſie fuͤrchtete, daß die Waͤnde ſie hoͤrten.„Ich ſah es niemals gern, daß er mir in den Weg kam; er hatte etwas Sonder⸗ bares an ſich, und der Blick ſeiner beiden Augen glich keines andern Chriſtens Augen, die ich je geſehen; und wenn Ihr zu ihm ſagtet:„Gott gruͤße Euch,“ ſo war er nie ſo hoͤflich, Euch die gehoͤrige Antwort darauf zu geben. Kurz, ich konnte nie etwas Gutes von ihm denken.“—

„Und ich,“ ſagte Michel,„hatte gerade dieſelbe Meinung von ihm, vom erſten Augenblick, daß ich ihn ſah. Ich war im Felde mit meinem armen alten Meiſter, der nun todt iſt,— Gott ſei ſeiner Seele gnaͤdig!(und er beugte ſein Haupt ehrfurchtsvoll ge⸗ gen den Sarg) als er dieſen elenden Hexenmeiſter in der Scheune fand, im Felde von den ſechs Ackern, nahe beim Heuſchober.„Michel,“ ſagte mein Meiſter,„ſieh was uns der liebe Gott dieſen Morgen beſcheert hat,“ und zu gleicher Zeit hob er den Balg auf. Kuͤnftige Faſtnacht wird es drei und zwanzig Jahre ſein, daß ſich dies zutrug. Der arme Mann dachte nicht, als er die Worte ſprach, die ich Euch wiederholt habe, daß er fuͤr ſeinen eigenen Moͤrder Sorge trug; nein, ich konnte ihn vom erſten Augenblick an nicht leiden: