koſtharen Gegen⸗Geſchenken. Die Gefandten wur⸗ den mehrere Wochen königlich bewirthet, wobei ſie die Pracht und den Glanz nicht genug bewundern konnten, aber noch mehr erſtaunten ſie über die hohe Weisheit des Königs; mit vielen Geſchenken entließ er ſie endlich und ſie traten wohl vergnügt ihre Rückreiſe an.
Als Salomo eines Tages in der Vorhalle ſeines Hauſes ſaß, ſah er bei offener Thür vier ungeheuere Geniengeſtalten den Weg aus dem Gar⸗ ten einher ſchreiten. je näher ſie kamen, deſto klei⸗ ner und menſchlicher ward ihre Geſtalt. Die erſte trat hinein ins Zimmer.,, Wer biſt du guter Freund,“ fragte Saldmo.„Ich bin die nachgiebige Sanftmuth, und komme dir Geſellſchaft zu leiſten.“—„Du biſt ein guter, braver Geſelle,“ erwiederte Salomo,„in der gewöhnlichen Ge⸗ ſellſchaft, nur für Könige taugſt du nichts, die mit dir bald um ihr Anſehen kämen; ich danke dir für deinen guten Willen, und wünſche daß du bei mei⸗ nen Unterthanen einziehen mögeſt.“
Jetzt trat die zweite Geſtalt herein.„Wer biſt du, ſchöne, erhabene Geſtalt, die mir Ehrfurcht
einflößt?“—„Ich bin die Vernunft, und wuͤnſche
dein engſter Geſellſchafter zu ſeyn.“—„Das biſt du ganz gewiß, liebe Vernunft,“ verſetzte Sa⸗ lomo,„aber verzeihe mir, immer mit dir umzu⸗
gehen,


