Teil eines Werkes 
2 (1818)
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heit, ſo hieß die Faule, verſtand nicht den Sinn der Rede, oder wollte ihn nicht verſtehen. Immer wiederholte ſie ſich, als ſie in ihrer Stube war: „kein Gedeihen ohne den Gott im Kaſten.⸗

„Zu dem könnte ich,“ ſo flüſterte der gemãch⸗ liche Aberglaube ihr zu,„zu dem könnte ich wohl gelangen, wenn ich eine geweihte Hoſtie(Oblate) in meinen dürftigen Kaſten brächte.“

Gedacht, gethan. Sie bemerkte ſich genau den Ort, wo der Prieſter die geweihte Hoſtie verwahrte, läßt ſich Abends in der Kirche einſchließen, öffnet in der Nacht die Monſtranz, und ſteckt mit zittender Hand die übrig gebliebenen Hoſtien zu ſich..

Am folgenden Morgen kehrte ſie in ihre Woh⸗ nung zurück, und ſchließt vertrauensvoll den ge⸗ raubten Gott in ihren Kaſten.

Aber die Hoſtie wurde bald vermißt. Ein to⸗ deswürdiges Verbrechen, ein Kirchenraub war ver⸗ übet, und die Erforſchung des Thäters ſollte mit einer Hausſuchung beginnen.

Dieſes Unternehmen gelangte bald zu Adel⸗ heit's Ohren. Von ihrem böſen Gewiſſen ge⸗ ängſtiget lauft fie zu ihrem Kaſten, nimmt die Hoſtien heraus, und wirft ſie ohne Nachdenken in einen offenen Brunnen. Natürlich gingen die Ob⸗ laten nicht unter, ſo viel ſie auch im Waſſer rührte, ſie ſchwammen immer oben, und ſo wurde ſie von

den