— 321—
Bereite Dich zu einer weiten Reiſe, Sa⸗ bine! Du haſt prophetiſche Worte zu mir ge⸗ ſprochen, und ihre Deutung ſteht jetzt klar vor meinem Geiſte. Wir gehen nach Italien. Be⸗ ſorge ſchleunig alles Nöthige, denn übermorgen reiſen wir ab.»
Sabine blickte überraſcht und mit frohem Lächeln von ihrer Arbeit in des Pflegevaters ver⸗ klärtes Angeſicht empor. Bald aber hatte ſie ihre Faſſung wieder gewonnen und verbarg nun ihre große innere Bewegung. Rüſtig ging ſie ſogleich an alle Vorbereitungen zur Reiſe, während An⸗ dreas, der ſich in günſtigen Vermögensumſtän⸗ den befand, einige ausſtehende Kapitalien ein⸗ zog und ſeinen erſtaunten Freunden im Städt⸗ chen ein einſtweiliges Leb ewohl ſagte.
Kurz! Am Morgen des beſtimmten Tages ver⸗ ließen in einer wohlverwahrten Reiſekutſche der Stadtmuſikus Andreas Lamm und ſein ſchö⸗ nes Pflegekind Sabine das Städtlein Fried⸗ heim, und zogen dem im heiterſten Blau vor ihnen daliegenden ſüdlichen Himmel zu. Die
21


