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Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
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Nun begann das Solo. Die einfache geſang⸗ reiche, dem Stadtmuſikus ſehr wohl erinnerliche Melodie war es nicht. Ein gewaltig kühner und mit großer Sicherheit ausgeführter Sprung, im widrigen Contraſte mit dem Hauptthema blitzte aus der Tiefe der G⸗Saite in die unendliche Höhe der Quinte empor. Aber was iſt das? Andreas Lamm wird bei dem erſten Tone, der von dem Inſtrumente des Virtuoſen erklingt, bleich wie der Tod, alle ſeine Glieder beben, ſeine Augen ſtarren unverwandt und funkelnd nach der Stelle hin, wo ihm verborgen der Italie⸗ ner ſein heilloſes Weſen treibt, und mit der un⸗ geheuerſten Fertigkeit durch frivole Verzierungen und gefallſüchtige Dreingaben der Natur des In⸗ ſtruments und der Kunſt Hohn ſpricht. Sabine ergreift ängſtlich des Pflegevaters zitternde Hand und blickt ihn fragend an. Auch ihrer Wangen Roſenroth iſt gewichen und eine gewaltſame in⸗ nere Bewegung ſcheint ſich ihrer bemächtigt zu haben. Da neigt ſich Andreas Lamm dicht zu ihr heran und flüſtert ihr ſcheu in das Ohr: