— 29—
Traͤumerei empor, lachte hell auf und ergriff munter die geliebte Laute. Ein frohes welſches Lied, das zu Seelenruhe und Zufriedenheit auffoderte, erklang von ihren Lippen; die raſch und kräftig angeſchlagenen Accorde der Laute ſtimmten dazu ein. Nun folgte ein Lied dem andern und wãh⸗ rend ſich Clärchens Geſang in der Reihen⸗ folge der gewählten Stücke, ihr faſt unbewußt, wieder zum Tiefſinnigen und Sehnſuchtsvollen neigte, verſchwand die goldne Kugel hinter den dunkelblauen Bergen, die Purpurſäume der Wölk⸗ chen gingen in ein unſcheinbares Duſter über, die ſilbernen Lämmchen am Horizonte verſchwam⸗ men in Nebel. Da ſchloß mit einem klagenden, ſehnſüchtigen Ausrufe C lärchen ihren Geſang und ergriff das Ruder, um ſich dem Lande wie⸗ der zu naͤhern. Zugleich aber ſprang Hektor in dem Nachen auf und ſchlug mit lautem Ge⸗ belle an.
Clärchen blickte um ſich und wäre faſt er⸗ ſchrocken; denn dicht neben ihrem Nachen lag ein anderer, deſſen Herannahen ſie, ihrem Ge⸗


