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Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
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Laut erſchallen, und bald konnte er in mehreren ſolchen lieblich aneinandergereihten Lauten, von wohltönendem Saitenſpiel begleitet, ein itali⸗ ſches Lied erkennen, das er oft bei ſeiner frü⸗ heren Anweſenheit im Welſchlande gehört. Er ward auf das Mächtigſte ergriffen von der Kunſt⸗ herrlichkeit der Nichte. Wie zogen da nicht mit einemmale auf den Schwingen des Liedes alle Erinnerungen der fröhlichen Jugendzeit, der be⸗ glückten und getäuſchten Liebe, des jugendlichen Sehnens, der goldnen Morgenträume des Le⸗ bens durch die Seele des alten Meiſters! Er bat nun, wenn die Arbeit des Tages hinter ihm lag, die Nichte zum öftern um einen Ge⸗ ſang und blieb dann, in Wonne und Wehmuth verſunken, aber ſtill und einſilbig, den ganzen Abend hindurch bei der Jungfrau.

Die ſchöne Leſerin und der geneigte Leſer werden es nun wohl ſchon von ſelbſt herausha⸗ ben, wie eigentlich die Mutter Natur und die welſchen Sanglehrer daran Schuld waren, daß Meiſter Nikolaus Stuber ſeine Freunde