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Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
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lungen manches Neue und Wichtige für die Kunſtgeſchichte zu ſchöpfen war. Nur erſt ſeit⸗ dem Clara in das Haus ihres Oheims gezo⸗ gen, hatte dieſer angefangen, den Verſamm⸗ lungen auf der Weinſtube einigemal untreu zu werden. Das hatte aber ſeine beſondere Urſache. Clara war nämlich von der Mutter Natur mit einer gar holden und wohlklingenden Stimme zu ihrem erſten Geburtstage angebun⸗ den worden. Dieſes ſchöne Geburtstagsgeſchenk hatte nun der Jungfrau verſtorbener Vater in dem Lande Italien durch gar kunſtfertige Tonmeiſter pflegen und ausbilden laſſen, ſo daß Clara wohl, wenn ſie gewollt hätte, eine Thea⸗ ter⸗, Hof⸗ und Kammerſängerin hätte vorſtel⸗ len können; ſie wollte das aber nicht in ihrer Unſchuld.

Als nun eines Abends Meiſter Nikolaus im Sinne hatte, ſeiner bisher treu beobachteten Gewohnheit zu Folge, ſich nach dem Kühg aſ⸗ ſel zu begeben, da hörte er plötzlich aus dem Zimmer ſeiner Nichte einen wunderbaren herrlichen