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Stimmen des Lebens : drei Erzählungen / von Georg Döring
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das ſoll der ſchönen Leſerin und dem geneigten Leſer in einigen der nächſten Rapitel geſteckt werden.

2.

Clara zäahlte, wie ſchon geſagt, achtzehn Sommer, und war ſo hübſch, wie die Münch⸗ ner Jungfrauen das oft zu ſeyn pflegen. Vor wenigen Jahren hatte ſie den Vater, der auch ein kunſtreicher Maler geweſen, verloren; früher ſchon, im Lande Italien, wo ihr Vater die Kunſt übte, war die Mutter ihr durch den Tod entriſſen wurde. Der Vater gerieth durch den Kummer über den Verluſt einer geliebten Gat⸗ tin in ſtete Siechheit, die ihn, bald nach der Ankunft im Vaterlande, zu dem ihn eine noch vor dem Erlöſchen der Lebensflamme erwachende und nicht zu bekämpfende Sehnſucht hintrieb, zu ſeinen Vätern verſammelte. Clara wäre nun gar verlaſſen und ohne Hülfe geweſen, wenn nicht der verwittwete und kinderloſe Oheim Nikolaus ſich ihrer wie ein zweiter Vater