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aus Deutſchland kamen. Guido wurde unruhig und unmuthig. Um ſich zu zerſtreuen gab er ſich jetzt oft dem Vergnügen der Jagd hin. Im Schloſſe hatte er keine Ruhe; auch Minona's Benehmen wurde täglich ängſtlicher und geſpannter.
Eines Abends ſpät kam er von der Jagd zu⸗ rück. Als er in das allgemeine Geſellſchaftszimmer trat, kam Minona freudig auf ihn zu, einen jun⸗ gen, bleichen Mann an der Hand.
„Hier iſt er ſelbſt, hier iſt mein Bruder!“ rief ſie mit jubelnder Stimme dem Geliebten entgegen; „er bringt uns ſeine Liebe, ſeine Einwilligung!“
Guido ſtarrte den Bruder Minona's regungslos
an. Er erkannte den einſtigen Bräutigam ſeiner
Schweſter in ihm, der, durch die Folgen jenes Falls aus dem Wagen, in Geiſteszerrüttung gerathen. Alles klärte ſich jetzt auf. Minona wußte Guido's frühere Schickſale und wie er die unſchuldige Ur⸗ ſache von dem Ungluͤcke ihres Bruders geworden
ſey. Deshalb war ſie zurückgezogen gegen ihn ge⸗
blieben, bis die Leidenſchaft ſie überwältigt; des⸗ halb hatte ſie ihren Familiennamen verſchwiegen; deshalb Nachricht von des Bruders, bereits begon⸗ nener, Wiederherſtellung und deſſen Einwilligung ha⸗


