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Kind hat die Pforten unſres Gefängniſſes geſprengt, mit ſeligen Worten mir deine Befreiung verkündet
und uns hiehergeleitet. Allein wo iſt der freund⸗ liche Engel? Vor meinen Augen iſt er verſchwun⸗ den!“ 3
Auch Guido ſah ſich vergebens nach der wohlbe⸗ kannten Lichtgeſtalt um; er konnte ſie nirgends er⸗ blicken, doch war es ihm, als erhebe ſich in dieſem Augenblicke ein ſanft glänzender Punkt zu dem Ge⸗ wölke des Himmels empor und verliere ſich in die unendlichen Räume der fernen Milchſtraße. Er um⸗ armte froh die Geliebte; ſie duldete es ſchweigend.
Der Glanz des Mondes zeigte den Entflohenen einen gebahnten Pfad. Auf dieſem eilten ſie in flüchtigen Schritten von dem Aufenthalte der Böſe⸗ wichter hinweg. Bald waren ſie wieder in jener Felſengegend, wo ſie das Gewitter überraſcht hatte, und fanden hier zu ihrer großen Freude ihre ange⸗ bundenen Pferde wieder, und noch überdem das Roß des treuloſen Führers, welches auf Guido's Zureden der Geiſtliche beſtieg. Man kam jetzt, da das helle Licht des Vollmondes alle Windungen und abſchüſſigen Stellen des Felſenpfades unterſcheiden ließ, ohne ſonderliche Beſchwerde vorwärts. Der


