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Froſt des Morgens durchſchauerte den zarten Körper Minona's; ein allgemeines Erbeben hatte ſich ihrer ganzen Perſon bemächtigt.
Ganz gegen die in Schottland hergebrachte und herrſchende Sitte der unbeſchränkteſten Gaſtfreiheit wurde auf Guido's wiederholte Bitte weder die Pforte geöffnet, noch irgend eine Antwort ertheilt. Man hörte nur ein unheimliches Flüſtern und ein unruhiges Hin⸗ und Herlaufen im Innern der Wohnung.
Minona lag erſtarrt und beinahe odemlos in den Armen des Jünglings. Da rief dieſer mit gewalti⸗ ger Stimme aus, indem er noch einmal heftig an die verſchloſſen gebliebene Pforte pochte:
„So öffnet doch, um des Himmelswillen! Wenn ihr Menſchen ſeyd, laßt euch das Unglück zweier Schiffbrüchigen zu Herzen gehen und gewährt ihnen ein ſicheres Obdach!“
Auf dieſen dringenden Ausruf Guido's wurde nun das kleine Holzfenſter zur Seite der Thüre auf⸗ geſchoben und der mit ſchwarzem, ſtruppigem Haar bedeckte Kopf eines Mannes wurde ſichtbar, der mit ſpähenden Blicken die frühen Ankömmlinge muſterte. Guido wiederholte ſeine Bitte und


