197
als der in der Natur: da iſt es ihm mit einem⸗ male, als höre er durch das ſchauerliche Getöſe der wilden Brandung, die Alles übertönende Stimme Sa⸗ maels, wie ſie mahnet in dieſer höchſten Gefahr:
„Rufe nur mich! Ich bin dir nahe! Sey mein eigen und ich rette dich und die Geliebte!“
Doch im ſelben Augenblick erſchaut er auch dicht an ſeiner Seite die ätheriſche Geſtalt des ſchweſter⸗ lichen Engels. Freundlich winkt ihm dieſe, ihr zu folgen. Eine neue Hoffnung dringt ſegensvoll in ſein Inneres. Guido faßt die Hand der Gelieb⸗ ten und zieht ſie ſchweigend empor. Da ſchwebte der leichte Schatten an der Seitenwand der hochge⸗ wölbten Höle vorauf, unter ſeinen Tritten weichen die ſchäumenden Wogen zuruck, ein trockener Fuß⸗ pfad wird ſichtbar und Minona, welche die Erſchei⸗ nung nicht erblickt, läßt ſich in träumeriſcher Nach⸗ gibigkeit von dem Jünglinge auf dem Rettungspfade fortführen. Sie langten an dem weiten Ausgange der Halle an. Da brauſt ein wilder Sturm vor⸗ über, eine ſchwarze Wolke fliegt in unaufhaltſamer Haſt über die Fläche des Meeres dahin und Guido glaubt in ihrer ſeltſamen Geſtaltung das wildverzerrte Antlitz des Doppeltgängers Samael in rieſiger Aus⸗


