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Die Lippen des Jünglings öffnen ſich und im matten Flüſtern rauſcht über ſie hin der Name: „Minona!“ Und was die Lippen ausgeſprochen im erſten Erwachen der Kräfte, das begehrt nun auch zu ſchauen das wiederbelebte Auge. Der Blick bricht hervor aus dem bisher geſchloſſenen Grabe der Augenlieder und neben ſich erſchaut der erkräf⸗ tigte Guido die Geliebte in ihrem Ohnmachtsſchlum⸗ mer, eine bleiche Lilie, wunderbar erglänzend in dem zauberhaften Scheine des Mondregenbogens.
„Sie iſt todt!“ ſo ſchallt ihm plötzlich eine Don⸗ nerſtimme entgegen aus dem Brauſen der Wogen.
„Todt!“ wiederholt er in wilder Verzweiflung. „Mein ſüße Blume geknickt im wilden Sturme! O dann nimm auch mich auf, willkommenes Verderben, und zerſchmettere in ſchneller Vernichtung meine Ge⸗ beine an dieſem Felſen!“
Schon iſt der Jüngling im Begriffe ſich hinab⸗ zuſtürzen in den Strudel der Wogen, da ringt ſich ein leiſer Seufzer empor aus dem bewegten Buſen der Jungfrau, und ſchlägt an ſein Ohr und dringt in ſein Herz zu neuer Hoffnung, zu neuer Freude am Daſeyn. Er faßt die Jungfrau in ſeine Arme, unter ſeinen Füßen toben die Wellen, über ſeinem


