Die bluüͤhende Aloe.
Hefgärtner Heimbrand zog in ſeinen Gewaͤchshaͤu⸗ ſern gar manche ſchöne und ſeltene Blüthe, die ihm, der mit Leidenſchaft ſeine Kunſt trieb, große Freude machte; aber die reizendſte Blume in ſeinem Bezirke war in ſeinem holden Bruderskinde, dem ſiebenzehn⸗ jährigen Röschen, emporgewachſen. Seitdem dieſes liebliche Weſen in das jungfräuliche Alter eingetreten war, und, mit ſittſam auf ihre Arbeit geheftetem Blicke, das Fenſter der Heimbrand'ſchen Wohnung ſchmückte, wurde das Kunſtkabinet des Hofgärtners, wie dieſer ſein Treibhaus nannte, mit einem weit
zahlreichern Beſuche junger und alter Herren vom
Hofe und aus der Stadt beſchenkt, als früͤherhin.
Aber der liſtige Alte bemerkte wohl, daß gar man⸗
cher Blick nur leicht über die ſeltene Blüthe des aſia⸗
tiſchen Piſang und üͤber die herrlichſten, künſtlich er⸗ 1


