Druckschrift 
Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 277—

Worte geſagt, ſo trat hinter einem Felſen⸗ ſtuke eine hohe Mannsgeſtalt hervor, gandz gekleidet wie ein Walliſer Gemsjaͤger, ver⸗ ſehen mit Flinte, Waidtaſche, dem Eisſtabe und den Fußeiſen. Der Fremde war um einen Kopf hoͤher als ſelbſt Werni, einer der ſtattlichſten Juͤnglinge im Rhonethale, was korperliche Groͤße betraf. So wie der Gems⸗ jaͤger erſchien, wurde der blaͤuliche Glanz, der bis jetzt die Schlucht fernher mit einer unbeſtimmten Daͤmmerung uͤbergoſſen hatte, zu einem nahen, Alles erhellenden Lichte. Auf der Bruſt des Jaͤgers war ein großer Kriſtall befeſtigt, der dieſes Licht verbreitete. Werni's gierige Blicke hingen an dem Steine. Alle Luſt, alles Gluͤck des Lebens waren ihm in ſeinem Glanze aufgegangen. Er ſah nicht, wie aus dem tuͤckiſch verzerrten Antlitze des Jaͤgers zwei Augen, wie dunkelroth gluͤhende Flammen ihn anſtarrten; er gewahrte nicht wie ſelbſt der ſchwarze Herli vor dem Unbekannten aͤngſt⸗ lich und bebend ſtand: nur der funkelnde Stein