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Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
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„Die erſte Meldung! Der Alte iſt ein ſtrenger Glaͤubiger. Wer da nicht zahlen könnte mit der Seele eines andern, der waͤre

ihm verfallen und muͤßte mit hinab in ſein

unterirdiſches Reich!“

Werni hoͤrte nichts von dieſer Rede. Schon hatte die uͤberreizte Phantaſie ihn wieder von der Wirklichkeit abgezogen und er ſchwelgte in ihren lockenden Geſtaltungen. Aus der Schlucht herauf den Wanderern entgegen waͤlzte ſich jetzt ein ſonderbar toͤnendes Rauſchen. Es drang naͤher und naͤher: eine Heerde ganz ſchwarzer Gem⸗ ſen, wie ſie Werni noch nie erblickt, ſtuͤrmte in gewaltigen Spruͤngen auf ihn und ſeinen Begleiter los. Die Thiere ſchienen mehr in der Luft zu ſchweben, als den Boden zu betreten. Ohne die, ſonſt ihnen eigene, Furchtſamkeit flogen ſie dicht an den Walliſern voruͤber; ihre Augen ſpruͤhten Feuer, ein roth⸗ gluͤhender Dampf wogte um Mund und Naſe.

„Der Alte iſt nahe!“ ſprach Herli dumpf in ſich hinein. Kaum hatte er dieſe