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Alpenblumen : drei schweizerische Erzählungen / von Georg Döring
Entstehung
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ein tiefer Abgrund an, deſſen ſteil abgeſchnit⸗ tene Felſen nicht einmal den ſchmiegſamen Schnee an ihrer Oberflaͤche duldeten; in der Tiefe zwiſchen den Felſen wand ſich einem Silberfaden gleich, ein angeſchwollenes Gebirgs⸗ waſſer; dicht vor dem Juͤnglinge und an ſeiner andern Seite dehnte ſich der maͤchtige Steinalp⸗ gletſcher aus, mit gewaltigen Spalten und

3 S vielen abſchuͤſſigen Einfaͤllen. Der hohe Suſten⸗ ſtock ſah trotzig heruͤber; der ungeheure Titlis entfaltete ſeine ſchaurigen Maſſen und zwiſchen

beiden ſchaute den uͤberlegenden Seppi faſt ſehnſuͤchtig der zweigeſpitzte Gemſiſtock an, der ihm die Gegend von der Geliebten Woh⸗ nund deutete.

Bald hatte Seppi einen Entſchluß gefaßt. 3 Die Straße nach Waſen zieht ſich am Fuße

des Steinalpgletſchers hin: er mußte

alſo um zu ihr zu gelangen uͤber den Gletſcher. Im Sommer waͤre dieſes Wageſtuͤck dem kraͤf⸗ tigen und kuͤhnen Gemsjaͤger ohne Bedeu⸗ tung geweſen; jetzt aber bargen truͤgeriſche