Teil eines Werkes 
4. Th. (1833)
Einzelbild herunterladen

25

eilte fort, und Lucio Sergiani ſah mit dem Ent⸗ zücken eines Liebenden der leicht hinſchwebenden, anmuthigen Geſtalt nach. Über ein Jahr war es nun ſchon her, daß ſeine und Gianetta's Liebe

dauerte. Der alte Roscio, ein ſeltſamer Mann,

der zwar ſeinen Geſchäften mit unabläſſigem Eifer nachging, aber deſſen Geiſt auch immer mit Ge⸗ danken an politiſche Veränderungen beſchäftigt war, wollte dem jungen vermöglichen Kaufmanne wohl; nur hielt ihn der Umſtand, daß die reichen römi⸗ ſchen Kaufleute und unter dieſen auch der alte Sergiani noch gar zu feſt am Adel und der Ritter⸗ ſchaft hingen, zurück, dem ſonſt annehmlichen Be⸗ werber ſeine beſtimmte Einwilligung zu geben. Da Janno eine offene Wirthſchaft hielt, ſo konnte er natürlich dem Lucio den Eintritt in ſein Haus nicht wehren, allein er geſtattete ihm auch, ſich mit Gia⸗ netten im Garten allein zu ſehen; er ließ ihn hof⸗ fen, daß ſeine Wünſche Erfüllung finden würden, ſobald nur einmal ſein Vater, deſſen Beiſpiel ge⸗ wiß viele andre nachzöge, ſich mehr dem Bürger⸗ ſtande genähert. Der Barbier war früher Wein⸗ und Blumengärtner in Genzana, einem Flecken unfern Rom, der ſeiner Blumenzucht wegen be⸗ rühmt war, geweſen. Von jener Zeit blieb ihm eine ſeltſame Gewohnheit eigen. Seine Töchter,