Teil eines Werkes 
3. Th. (1833)
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rückzutragen. Als dieſes geſchehen war, trat ſie

mit niedergeſchlagenen Blicken in ſein Zimmer.

Lieber Vater, ſagte ſie,ich habe eine Bitte an dich. Meine Empfindungen, meine Würde ſind auf das Schwerſte beleidigt worden und die Belei⸗ digung kann nur durch ein Mittel wieder gut ge⸗ macht werden. Riccardo muß mich heirathen. Sage ihm das und bringe mir recht bald Nachricht von ihm!

Weinend ließ ſie ſich in einen Seſſel nieder und verbarg ihr Angeſicht in ihre Hände. Ihre Erbitterung ſchien auf das Höchſte geſtiegen zu ſeyn, das Gefühl ihrer Kränkung ſchien ſie zu über⸗ wältigen. Mit Entzücken vernahm Riccard o, der nach der Scene in der academiſchen Halle auch den letzten Hoffnungsſchimmer aufgegeben hatte, die Kunde, die Battoni ihm brachte. Er eilte zu Alleſſandra und warf ſich ihr, Verzeihung erbittend, zu Füſſen. Sie aber hob ihn auf, ſchloß ihn in ihre Arme und geſtand ihm nun mit lei⸗ ſem, mädchenhaftem Widerſtreben: daß ſie ihn ſchon früher geliebt, daß ſie dieſes Gefühl erſt erkannt habe, als er ihr ſein Geſtändniß gemacht, und daß dieſe Entdeckung ſie in einen Zwieſpalt mit ſich ſelbſt verſetzt, den ſie an ihm, als deſſen Urheber, habe rächen wollen.