Teil eines Werkes 
3. Th. (1833)
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In ganz Bologna wurde Alleſandra, das ein⸗ zige Kind des Doctors und Profeſſors Battoni, für das reizendſte Mädchen der Stadt gehalten. Da⸗ bei galt ſie aber auch für eben ſo gelehrt, wie ſchön, und ihre Mitbürgerinnen, die in andern, wie ſie meinten, ihrem Geſchlechte beſſer anſtehenden Din⸗ gen ihren Ruhm ſuchten, mieden die junge Gelehrte und zogen ſich ſcheu von ihr zurück, wenn ſie zu⸗ fällig mit ihr in Geſellſchaft zuſammentrafen. Sie beſaß eine hohe ſchlanke Geſtalt, wie ſie das Welſch⸗ land meiſt unter ſeinen Frauen hervorbringt. Unter dem geſcheitelten Haare und den ſcharfgeſchnittenen Augenbrauen blickten, über ein zierliches Adler⸗ näschen, zwei dunkelglühende Augen hervor, aus denen Ernſt und Nachdenken ſprachen. Die edeln und regelmäßigen Züge trugen den nämlichen Aus⸗ druck und aus dem ganzen Weſen der jungen Dame trat mehr männliche Feſtigkeit, als weibliche Zart⸗ heit an den Tag. Man hatte die achtzehnjährige Gelehrte nur einmal lächeln geſehen. Dieſes war in dem Augenblicke geſchehen, als ſie nach ſiegreich vertheidigter Diſſertation von der verſammelten Aca⸗ demie mit der philoſophiſchen Doctorwürde beklei⸗