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„Kind, ich kann dich nicht ſo verlaſſen. Ich will mit deinem Vater reden, du mußt irgend Et⸗ was lernen, was ſich für dein Geſchlecht ziemt, ich will dafür ſorgen, daß du in der edeln Kunſt des Schreibens Unterweiſung erhältſt, daß dir die Ge⸗ heimniſſe des Naͤhens und Strickens erſchloſſen wer⸗ den. Es iſt nicht vor Gott zu verantworten, daß du noch in deinem ſiebenzehnten Jahre, nicht wahr, Röschen, ſo alt biſt du?—“ ſie nickte bejahend —„daß du noch in deinem ſiebenzehnten Jahre,“ fuhr ich fort,„das Pflaſter einer ſo gebildeten Re⸗ ſidenzſtadt, wie die unſrige, betrittſt, ohne in den nothwendigſten Dingen einige Erfahrung zu beſitzen. Nein, Kind, das darf nicht länger dauern! Morgen ſchon muß ſich das ändern.“
„O mein Herr,“ rief in feuriger Bewegung das Mädchen, und Thränen rannen über ihre Wan⸗ gen,„Sie wollen ſich meiner annehmen, Sie wol⸗ len mich jene Dinge lernen laſſen—“
„Ich ſelbſt werde dich unterrichten;“ fiel ich lebhaft ein,„freilich nicht im Stricken und Nähen,“ ſetzte ich verbeſſernd zu,„aber doch im Schreiben, denn ich darf mich rühmen, mich von jeher einer leſerlichen Hand befleißigt zu haben, und in der Kurrent, wie in der Fraktur, mehr als das Ge⸗ wöhnliche zu leiſten.“
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