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voll an. Sie hatte ihre Thränen getrocknet, ihr Blumenkörbchen gänzlich mit einem farbnen Tuche zugedeckt, und ſchien nun mit einem Anſtande, den ſie unleugbar einer Dame von Welt abgelauſcht hatte, dem Augenblick entgegenzuſehn, in dem ich ihr meinen Arm bieten würde.
„Wie heißeſt du?“ fragte ich zerſtreut, indem ich meine Blicke noch immer auf ihr ruhen ließ, und mir noch während der Frage einfiel, daß Blüm⸗ lein ſie Roſine genannt hatte.
„Röschen!“ antwortete ſie mit einer ſehr wohl⸗ lautenden Stimme.
Das klang nun freilich viel leichter, friſcher und duftiger, als des Polizeiaktuars ſteife und trockne Roſine. Ich bot dem Röschen meinen Arm ſo gefällig, als hätte ich ihn einer Gräfin gereicht, und mit leichten Schritten traten wir nun den Weg nach der entlegenen Grünberger Vorſtadt an. Bald war unſere Unterhaltung in vollem Gange. Rös⸗ chen erzählte Alles, was ſie auf dem Herzen hatte, und je länger ſie ſprach, deſto mehr und erkennbarer trat die Reinheit ihres Gemüthes an den Tag. Ehe wir ein Paar hundert Schritte zurückgelegt hatten, wußte ich ſchon, daß ſie das einzige Kind ihrer Eltern ſey. Daß dieſe in der tiefſten durch Krank⸗ heit erzeugten Armuth ſchmachteten, daß ſie ſich


