Teil eines Werkes 
2. Th. (1833)
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Euer Spiel, von Heinrichs Geige begleitet, war überall willkommen und geliebt. Winters lebten wir ſtill und vergnügt in unſerm kleinen Städtchen, und wenn Heinrich von ſeiner kranken Mutter abkommen konnte, ſo beſuchte er uns, und es gab einen fröhlichen Tag. Meinetwegen, ſetzte ſie mit einem Seufzer hinzu,hätten wir wohl im Thü⸗ ringerlande bleiben können. Ich wünſchte kein Glück auswärts.

Es war ein braver Burſche, der Heinrich, ſprach finſter der Vater,aber wenn du ihn viel⸗ leicht anders liebgewonnen haſt als deinen Bruder, ſo mußt du ihn dir aus dem Sinne ſchlagen. Du haſt eine höhere Beſtimmung, Antonie! Blicke dorthin auf das dunkle, mächtige Dach neben dem Kirchthurme mit dem hochgelegenen Umgange! das iſt das Haus, in dem deine Mutter Claudia ge⸗ boren wurde, wo ich ſie kennen lernte, aus dem ich ſie als mein Weib in die thüringer Hei⸗ math führte.

Wie, mein Vater? fiel ihm zitternd vor Uber⸗ raſchung und Neugierde das Mädchen in die Rede meine Mutter wurde hier geboren, die liebe, gütige, treue, die mich als eine achtjährige Waiſe zurückließ, von der ich mich nur noch erinnere, daß ſie mich unendlich liebte, und dabei oft ſo tief traurig