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Des Pfarrers Tochter im Taubenhayn : Volkssage nach Bürgers Ballade dargestellt / von Ew. Dietrich
Entstehung
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206 hebt. Verſoͤhnend tritt der heutige Tag zwiiſchen den Groll meines Herzens und ei⸗ nen Mann, der einſt mein Gluͤck zerſtoͤrte. Sehen ſie ſein Antlitz, in ihm er⸗ blicken Sie die raͤchende Macht des Gewiſ⸗ ſens, in ihm Erkenntniß und Reue. Hein⸗ rich, Freiherr von Falkenſtein, der Sohn ei⸗ nes alten, durch ſeine Ahnen beruͤhmten Hau⸗ ſes, konnte geehrt und gluͤcklich ſeyn. Sein Leichſinn wurde zum Vergehen, ſeine Galanterie zur lichtſchenen Unthat, und ſeine Untreue fuͤhrte die Verlaſſene zum Kin⸗ desmord, die Moͤrderin auf das Blut⸗ geruͤſt. Sein Gewiſſen iſt erwacht, er leidet jetzt mehr als die, welche er ver⸗ fuͤhrte. So weit kann der erſte Schritt des Boͤſen fuͤhren; fliehen Sie ihn, meine Herren, und wer da ſteht, der ſehe zu, daß er nicht falle. Baron! hier meinen Handſchlag, wir ſcheiden als Freunde, und als ein ver⸗ ordneter Diener des Wortes der Liebe rufe