186 ſende von Menſchen folgten ihr, Berge und Thaͤler belebten ſich, und bald war der Raum um den weitumſchauenden Richtplatz mit der Menge der Zuſchauer uͤberdeckt.
Jetzt ſteht der Wagen am neuuͤbertuͤnch⸗ ten Rabenſteine, ein meſſingenes Kreuz auf demſelben wirft, von der Morgenſonne erleuch⸗ tet, ſeine Strahlen weit umher. Roſa ſteigt aus dem Wagen. Ihr Geſicht glaͤnzt verklaͤrter, ihr Auge laͤchelt durch Thraͤnen. Sie reicht ih⸗ ren weinenden Richtern, dann dem ihr ent⸗ gegenkommenden Scharfrichter die Hand, und nun ſchreitet ſie, das Bibelbuch ihres Vaters in den Haͤnden, die Treppe hinauf, blickt noch einmal nach der Gegend von Taubenhayn, beichtete, worauf ſie den Segen empfing und kniete nun am Kreuze nieder.
Die ſchoͤnen, blonden Locken wurden auf⸗ gebunden, der Hals entbloͤßt und zum Letzten⸗ male ſah ſie das Licht der Welt, da ihre Augen nun verbunden wurden. Noch bebten ihre Lypen im Gebete, das Volk faltete die Haͤn⸗
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