Druckschrift 
Des Pfarrers Tochter im Taubenhayn : Volkssage nach Bürgers Ballade dargestellt / von Ew. Dietrich
Entstehung
Einzelbild herunterladen

184 der Friede des Herzens ſey der Lohn ſeiner frommen Bewohner. Alle Toͤchter Tauben⸗ hayns moͤgen ſich an mir ein Beiſpiel neh⸗ men, und Herzensreinheit und Unſchuld und feſter Glaube, der ſich nur auf wahre Froͤmmigkeit gruͤndet, ſey das Nitgift, das ſie einſt dem geliebten Manne in's Haus bringen!“ Jetzt laͤchelte ſie durch Thraͤnen, kuͤßte die Hand des Pfarrers und ſprach: „Sie ſind Erbe meiner Blumen. Den weißen Roſenſtock ſetzen Sie auf Roſa's, den purpurrothen auf Mariens Grab, ſetzen Sie auf's Fruͤhjahr Veilchen auf die Graͤber meiner guten Aeltern, und nun eine Bitte: Die Laube, die Zeugin meiner Schmach und meines Unfalls ſey vertilgt aus dem Pfarrgarten zu Taubenhayn!—— und Sie, beſter Herr Paſtor! begleiten Sie mich zum Hochgerichte, troͤſten Sie mich in der bangen Todesſtunde, und Ihr Se⸗ gen ſoll mir der Segen meines Vaters ſeyn.“ Hier weinte ſie von Neuem und nahm nun