Druckschrift 
Des Pfarrers Tochter im Taubenhayn : Volkssage nach Bürgers Ballade dargestellt / von Ew. Dietrich
Entstehung
Einzelbild herunterladen

171

ſie entkraͤftet nieder, kroch in die Laube, 3

welche Zeugin ihres Scheingluͤckes und ihrer Schande war. Duͤrres Laub lag hier, auf dieſes legte ſie ſich, die Wehen der Geburt traten von Neuem ein. Beſinnung kehrte wieder, ſie ſchrie und Niemand hoͤrte ihr Schreien, und der Sturm, der von Neuem brauſte, verſchmaͤhte ihr Sterbegewinſel. Sie flehte um den Tod, und ein neues Leben ſollte ſie zu neuer Verzweiflung rufen.

Ein Knabe wand ſich, bei der Mutter wilden, unſaͤglichen Schmerzen, weinend aus ih⸗ rem Schooße, und der Wahnſinn kehrte wieder. Mutter bin ich! rief ſie laut aus, Mutter! und das Wort des Himmels iſt mir zur Hoͤlle geworden!“

„Kind des Ungluͤcks! rief ſie dem Neugebornen zu. Du weinſt? weine, jam⸗ mere, denn des Großvaters Fluch, der Groß⸗ mutter Tod, des Vaters Meineid und Un⸗ treue, und der Mutter Verzweiflung ruht auf