51 an ihrer Spitze, und zogen nun mit laͤndli⸗ cher Muſik zum Schloſſe. Hier war eine geſchmackvolle Ehrenpforte errichtet, um ſie herum ſtand die Schuljugend, und im innern Burghofe alle erwachſenen Jungfrauen. Vor ihnen, als Zugfuͤhrerin, Roſa.
Nicht die despotiſche Mode, ihr eigenes
Schoͤnheitsgefuͤhl hatte diesmal den 3% ſchmackvoll⸗reichen Anzug geordnet. Er war idealiſch gewaͤhlt und erhob jeden ihrer Reize; ſie glich der Goͤttin der Jugend!— Sie trug, hold wie der Genius des Lebens, auf roſaſammetnem Kiſſen einen Lorbeerkranz, in den ſie ſchalkhaft eine junge entknospete Moos⸗ roſe und Myrthenzweig an roſa Baͤndchen verknuͤpft hatte. So erwartete ſie klopfenden Herzens den neuen Herrn. Jetzt donnern die Boͤller an der Schaͤferei, vom Altan des Schloſſes wirbeln Pauken, hallt ernſter Po⸗ ſaunenruf, ſchmettern die Trompeten, und
ſiehe, unter dem Vorritte von mehr als funf⸗
zig wohlgekleideten Landleuten dieſer ſehr 4* 8


