Druckschrift 
Des Pfarrers Tochter im Taubenhayn : Volkssage nach Bürgers Ballade dargestellt / von Ew. Dietrich
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9.

Fort grollte der alte Hausvater, der die Motive von Roͤschens Entſagung wohl kannte, die eitle Mutter fiollte, Roͤschen aber weinte bitterliche Thraͤnen, da nahm der Pfarrer das Wort und ſprach: Weib! Ich kenne Deine fixen Ideen, huͤte Dich, daß ſie nicht zum Wahnſinn werden. Einen Edel⸗ mann haſt Du der Tochter zugedacht, weil Du muͤtterlicher Seits die Enkelin eines Edel⸗ manns biſt.

Denke, Weib, denke, was koſtet Dei⸗ nem Vater des Weibes Eitelkeit und Glanz⸗ ſucht!— Leben und Ehre. Du willſt, ich muß Dich am 17ten Geburtstag der Toch⸗ ter an den ungluͤcklichſten Tag Deines Le⸗ bens erinnern.— Dieß iſt zu viel, kreiſchte die Paſtorin, und ſchluchzte und weinte. 2 Dies dauerte den guten Mann, und er ſprach, ihre ſchwache Seite erkennend: Mein Riekchen,