Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Harren und Sorgen. 39

von der Welt, und das Gewürm kriecht immer näher an mich heran.“

„Sieh, ſieh!“ meinte er ſcherzend,„die Einſamkeit macht dich gar zum Poeten— auch ein Vortheil in un⸗ ſerer Zeit, die uns ſonſt wenig Erfreuliches und nichts als ſtrenge, trockene Proſa bietet.— Aber nun Scherz bei Seite— was ſollte ich hier in eurem Hauptquartier? Mitzutheilen hatte ich nichts, zu erfahren—“

„Du ſchätzeſt uns ſehr gering,“ unterbrach ſie ihn lächelnd.„Ich habe aber einen ganzen Sack voll Neuig⸗ keiten. Was meinſt du zum Beiſpiel von Stephanien und den Drohiner Affairen? Und jetzt—“

„Ruhig, ruhig!“ ſprach er und legte ſeine Hand gleichſam beſchwichtigend auf ihren Arm.„Das kommt alles noch an die Reihe. Laß mich zuerſt reden. Ich wäre alſo auch jetzt ſchwerlich gekommen, hätte ich heute nicht zwei Nachrichten erhalten— einmal von Hoven—“

„Sage mir nur das Eine,“ fiel ſie lebhaft ein und doch auch wie gepreßt, und ihre Stirn zeigte wieder jene Fältchen—„iſt Hoven hier oder fort? Gibt einmal die Heimlichkeiten auf, die mich peinigen!“

Er ſah ſie mit leiſem Kopfſchütteln an.„Wie kommſt du zu ſolchem Glauben?“ fragte er.„Selbſt du könnteſt ihn gut genug kennen, um zu wiſſen, daß er ſich nicht unthätig in einer Art Clauſur halten läßt. Er iſt gleich davon, und ich erwarte ihn jetzt, vielleicht ſchnell, zurück, denn— alſo das die Nachricht— die Franzoſen ſind am 18. vertragswidrig in Potsdam eingerückt, man hat, wie es ſcheint, die Perſon des Königs für gefährdet gehalten,