26 Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
gegen Gräfin Hebe.„Er muß mehr als Unſereiner an das Mißlingen dieſes oder jenes Coups gewöhnt ſein, und im Uebrigen— was iſt dieſes denn Großes? Geiſter? A la bonne heure! Wir können unmöglich verlangen, daß ſie ſich ganz reglementsmäßig betragen. Und ſonſt, wie ich und meine Kameraden es glauben— Schmuggler, welche ſich die Sage und den Aberglauben zu Nutze machen? Nun, lieber Gott, ſo laſſe man ſie dieſes Mal laufen, wie man es oftmals muß! Wir wiſſen leider Got— tes ſchon lange und gut genug, daß unſere Douanen den Schmuggel hier zu Lande nicht unterdrücken können. Wozu alſo der Aerger?“
Comteſſe Hebe zuckte die Achſeln und ſchwieg, wie ſie denn überhaupt in dieſen Tagen nicht ganz ſo lebhaft und unbekümmert fort zu leben ſchien, wie wir es von dieſer wunderbaren Natur ſonſt meiſtens zu berichten hatten; kaum daß ein gelegentliches Geſpräch, welches ein ſie intereſſirendes Thema berührte oder bei dem ſie dieſen oder jenen beſonderen Zweck im Auge hatte und auf ihre Weiſe verfolgte, ſie hin und wider auf ſeine Dauer in ihrem alten Glanze erſcheinen ließ. Oft ging ſie aber gar nicht auf ein ſolches ein und wußte nun ihrerſeits das Aus⸗ weichen und nicht Antworten, das wir zuletzt General Renaud einige Male in Anwendung bringen ſahen, mit der heiterſten Miene von der Welt für ſich zu benutzen. Sie ſchien in Wirklichkeit faſt auf dem Punkte zu ſein, den ſie neulich dem alten Vetter angegeben hatte, nämlich niemand mehr recht zu trauen, als ſich ſelbſt. Sie ſprach wenigſtens in dieſen Tagen mit niemand mehr, weder über


