Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Der Zug von Drohin.

die Drohiner Hügel hin, lagerten zum Theil haushoch zuſammengewehte Maſſen, die ein Weiterkommen entweder aufs äußerſte erſchwerten oder auch ganz verhinderten. Wer aber das Land kannte und die tieferen Wieſenſtrecken zu vermeiden wußte, kam über die Aecker allerwärts leicht vorwärts. Der Schnee war feſt zuſammengeweht und hart gefroren und die Gräben waren alle voll, daß es zu Fuß, Pferd und Schlitten ungehindert über ihnen fort ging.

Allein man benutzte dieſe ſich darbietende Erleichte⸗ rung wenig, da es zwiſchen den ziemlich weit aus einan⸗ der liegenden Dörfern zu dieſer Zeit nur ſelten Veran laſſung zum Verkehre gab. Auf der Poſtſtraße, die weiter ins Land hinein größere Ortſchaften und Städte mit einander verband, waren, ſobald der Schneefall geendet, die Arbeiten zu ihrer Eröffnung begonnen worden. Die Franzoſen verſtanden dergleichen beſſer und betrieben es raſcher als die früheren einheimiſchen Behörden. Und auch der Weg, welcher von Dreiheiligen nach Lehrsdorf und weiter nach Nieder⸗Rhoda führte, war zum Theil wenigſtens ſchon aufgeräumt. Graf Eberhard hielt auf die Zugänglichkeit ſeines Hauſes und des Dorfes, obgleich gerade er ſonſt weniger Verkehr mit der Außenwelt hatte, als irgend einer ſeiner benachbarten Standesgenoſſen.

Aus zarter Rückſicht für die unermüdlichen Geſpenſter, welche ungefähr dieſe zuletzt erwähnte Richtung verfolgen ſollten, war dieſe Straße jedoch nicht geräumt. Der Ge⸗ ſpenſterzug kehrte ſich an kein Wetter und kein Hinderniß, wurde auch durch den Schnee nicht incommodirt und zog