Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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Gräfin Hebe daheim. 309

Sie vielleicht, Couſine, ob die Drohiner Geſpenſter nicht gern Augenzeugen haben bei ihrem Spaziergange?

Warum fragen Sie, Couſin? verſetzte ſie raſch auf ſehend und ſtehen bleibend.

Ach, gehen wir doch fort! ſagte er, ſie weiter ziehend. Der Waldkirch flüſterte mir vorhin nur zu, daß der General Luſt zu haben ſcheine, den wunderbaren Zug ein⸗ mal die Revue paſſiren zu laſſen. Was meinen Sie?

Erſt nach einem langen Schweigen und da ſie ſchon vor ihrer Thür ſtanden, erwiderte ſie im nachdenklichſten Tone:Ich weiß das in der That nicht, Vetter. Aber ich meine faſt, eine Nachricht an Eberhard würde auf keinen Fall ſchaden. Alſo Waldkirch ſagte Ihnen davon? Trauen Sie ihm?

Ja, Couſine. Er ſagte mir auch, daß alle Weſtfalen mit Mißtrauen beobachtet würden und daß er überzeugt ſei, Renaud habe ihn nur darum wieder zum Adjutanten gewollt, um ihn unter Augen zu haben. Es muß mit ſeinem Vater etwas gegeben haben. Er war aber ſehr ſcheu und im Fluge bei dieſen Mittheilungen und behielt noch Anderes zurück, weil er glaubte, daß wir ſchon beob⸗ achtet würden.

Seien Sie vorſichtig, Vetter! meinte Hebe kopf⸗ ſchüttelnd.Ich fange an, niemand mehr zu trauen, als nur mir ſelbſt.

Eine Stunde ſpäter arbeitete ſich ein kleiner Reiter auf einem eben ſo kleinen, aber kecken und eifrigen Pferde durch den tiefen Schnee vom Hofe hinunter. Er ſollte nach Lehrsdorf reiten, um die Hülfe einer alten, dort