Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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28 Elftes Kapitel.

es diesmal drohender war als vorhin.„Glaubſt du,“ fuhr er fort und ſtand auf und trat gegen das Fenſter zu,„glaubſt du, ich ließe die da drüben aus den Augen? Die Rache iſt mein! ſpricht der Herr, und ich will weiter nichts von ihnen. Aber vor neuer Sünde ſollen ſie ſich wahren, oder ich faſſe ſie. Das iſt, als hätten ſie ein Schellenkleid an, wie der Hanswurſt; rühren ſie ſich, ſo klingelt's, und ich bin da.“—

Er war wie geſagt zum Fenſter getreten und ſchaute hinaus. Die beiden Anderen warfen ſich nur einen Blick des Einverſtändniſſes zu, hielten ſich jedoch ſchweigend zu ihren dampfenden Pfeifen, und es war ſo ſtill im Zim⸗ mer, daß man deutlich vernahm, wie Regine draußen in der Küche mit Töpfen und Geſchirr hantirte. Ja, dies wurde um ſo vernehmbarer, da auch der Schneeſturm pauſirte und ſeine Schauer nicht mehr gegen das Haus und die Fenſter jagte.

Es war draußen alles weiß, aber die Straße zeigte ſich völlig überſehbar, und man konnte von Steffens klei⸗ nem Fenſter aus ſogar den weitläufigen Wirthſchaftshof und im Hintergrunde das Herrenhaus mühelos überblicken. Der Himmel hatte ſich gelichtet und nur ein feiner Dunſt von Schneeſtaub verhüllte noch die Höhe und verhinderte die Sonne herabzuſtrahlen. Regine wiederholte eben ihr früheres Geſchäft und kehrte draußen den Schnee aufs neue von den Scheiben, deren Eisblumen von der im Zimmer herrſchenden Hitze längſt geſchmolzen waren.

„Wer iſt denn da beim Herrn geweſen?“ fragte der Schäfer plötzlich und ſchaute noch ſchärfer auf den Hof