26 Elftes Kapitel.
Tagen wieder davon angefangen— der Alte mag ihn wohl in ſeiner Weiſe erinnert haben— und ſich beim Clas nach ſeinen Schweſterkindern erkundigt, die im M.ſchen hauſen, auch aneint, ſie könnten ein paar Koſtgänger er⸗ banſen ſa denen ſich hübſch verdienen ließe, und was weiß ich noch ſonſt. Der Clas aber hat achſelzuckend ge⸗ meint, damit ſei es nichts, die Leute ſeien zu gottſelig und dumm, ließen ſich auf ſo'was nicht ein, und man müſſe auf Andere ſinnen.“
Karſten Herbart ſchien ſich ſeit der neuen Zurechtwei⸗ ſung, welche ihm eingeleuchtet haben mochte, eines Beſſeren
beſonnen zu haben. Er ſagte wenigſtens ohne Hohn und nur mit einem gewiſſen Grollen in der Stimme:„verſteh' das alles nicht! Wenn man einmal auf ſo was aus iſt und ſo hölliſches Werk macht, was braucht's da noch Um⸗ ſtände? Hätt' man das Weibsbild und das Kind damals ganz auf die Seite gebracht, oder thät' es jetzt— da wär' das Ding zu Ende, und es krähte kein Hahn dar⸗ nach, rechne ich.“
Ueber das ſtarre und kalte Geſicht des Schäfers lief ein flüchtiges, kaum näher zu bezeichnendes Lächeln, ſo finſter war's, ſo unheimlich zuckte es aus den Zügen her⸗ vor, ſprach es aus den nur ſekundenlang erhobenen Augen. „Das ſage du nicht, Karſten,“ meinte er dann eintönig. „Der Pierre ſieht ſo ſchon genug Blut um ſich her und die hölliſchen Flammen lecken an ihm herauf. Er hütet ſich noch mehr anzuzünden. Wär' das nicht—“ Und da er abbrach, zuckte das Lächeln von neuem, noch herber, noch finſterer, noch geiſterhafter durch die verwitterten Züge.


