Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1 1

1

1

1

1 1

1 5 11

1 †

1

284 Neuntes Kapitel.

„Ah, Vetter, Ihr glaubt alſo wirklich, daß dieſe Partie noch gewonnen wird? Es ſieht freilich aus, als möchten ſich dieſe armen Würfel verſchwören gegen mich. Aber Ihr wißt wohl, Vetter— meine Finger ſind mächtiger als ſie! Aufgepaßt— ich fange an! Doppelfünf!— Werft beſſer, Vetter Chriſtian, wenn Ihr könnt!“

Vial verſtand von dieſen Worten zu wenig, um ſie beſonders auffällig zu finden. Auch wurde er in dieſem Moment durch den eintretenden Kammerdiener benachrich⸗ tigt, daß draußen eine Ordonnanz mit einer Meldung harre, und ging raſch hinaus. Als er alsbald zurück⸗ kehrte, zeigte ſein Geſicht eine leichte Verſtimmung, und Gräfin Hebe fragte freundlich:„Was gibt's, Herr Vi⸗ comte? Doch nichts Böſes, hoffe ich?“

Er ſtrich die ſchwarzen, lockigen Haare von der Stirn zurück.„Wie Sie's nehmen, Gräfin,“ entgegnete er. „Ein alter Schiffer drunten im Dorfe hatte ſich gegen ſeine Einquartierung gröblich aufgelehnt— man nannte ihn mir zugleich als den ärgſten Schmuggler der ganzen

Küſte. Ich wollte ihn einziehen laſſen, aber man meldet mir eben, daß er verſchwunden iſt.“

„Das ſcheint mir kein Grund zum Verdruß!“ be⸗ merkte Comteſſe Hebe lächelnd und ließ die Würfel auf das Brett fallen.„Fünf und drei, Vetter— brillant! — Was ſollte Ihnen der arme Teufel? Heraus bringen Sie nichts, und daß man ihm nichts beweiſen kann, da⸗ für wird er ſchon—“

Ein dumpfer Knall, der die Scheiben der Fenſter

klirren machte, ließ ſie wie alle Uebrigen zuſammenfahren

man