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Neuntes Kapitel
Der Offizier ſah ſehr wohl ein, was den Behörden an der guten Stimmung gerade dieſer Familie gelegen ſein mußte, die, wie ſehr ſich auch die Verhältniſſe geän⸗ dert haben mochten, immerhin noch von großem Einfluß auf einen Theil des zahlreichen benachbarten Adels und auf die Bevölkerung aller derjenigen ihrer Beſitzungen zu ſein ſchien, welche tiefer im Lande lagen und ſich der alten Herrſchaft noch bei Weitem mehr unterthan fühlten, als die Bewohner der Küſte und Grenze. Es beunruhigte ihn daher mindeſtens eben ſo ſehr wie Graf Hartmuth's Zurückhaltung, was er über Gräfin Hebe's und des alten Vetters gutes Einvernehmen mit der barſchen Einquartie⸗ rung erfahren mußte. An die Wirklichkeit dieſes guten Einvernehmens oder auch nur an die Gleichgültigkeit der Betreffenden gegen das Auftreten der Fremden zu glau⸗ ben, wagte Vial nicht, und zwar um ſo weniger, je mehr Spuren des ſchonungs- und ſchrankenloſen Treibens der Dragoner ihm vor Augen kamen.
Vial war Süd⸗Franzoſe, eine raſche und flüchtige, glühende und leicht gereizte, unbeſtändige Natur, die ſelbſt das dem Feinde geſchehene Unrecht als ſolches empfand und, wo der junge Mann nicht durch andere, ſtärkere In⸗ tereſſen abgezogen wurde, auch gut zu machen ſuchte. Als Ordonnanz⸗Offizier des Kaiſers war er aber auch häufig zu Sendungen und Dienſten verwandt, die ihm ein ge⸗ naues und vorſichtiges Beobachten zur Pflicht machten, und ſo wußte er längſt, daß hinter dem„Vetter“ mehr ſtecken möchte, als es demſelben der Geſellſchaft hinzubie⸗ ten beliebte. Er glaubte längſt erkannt zu haben, daß
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