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Ein Salon. 43
arger Ketzer und ſcheinen mir mit Träumen zu kämpfen, die noch phantaſtiſcher als die des guten Herrn von Cou⸗ laincourt. Was um des Himmels willen reden Sie von einem Kampfe in Deutſchland? Wer wäre im Stande, wer wahnſinnig genug, denſelben zu verſuchen? Es müßte denn etwa ein zweiter Schill eine noch lächerlichere Don⸗ quixotiade unternehmen als die erſte war!“
Das Auge des Officiers wandte ſich langſam und mit einem Blick, in dem etwas wie eine leiſe Verachtung zu leſen war, zu ſeiner Nachbarin.„Glauben auch Sie das, Gräfin?“ fragte er, und da ſie nur mit einem flüch⸗ tigen Achſelzucken antwortete, ſprach er, ſich zu dem am Kamin lehnenden alten Herrn zurückwendend, in ſehr ent⸗ ſchiedenem Tone weiter:„ich und viele meiner Landsleute denken über dieſes alles anders, als Sie, Herr Graf. Der Zug dieſes Schill war eine Thorheit und ausſichts⸗ los; thörichter aber war noch die Weiſe, wie man von unſerer Seite gegen ſeine Anhänger verfuhr. Man ſtem⸗ pelte jeden Einzelnen in den Augen der deutſchen Patrio⸗ ten zu einem Martyrer und machte jede Sympathie für uns im preußiſchen Heer und Volke für immer unmög⸗ lich. Ueber das, was uns in Deutſchland bevorſteht, täuſcht ſich niemand von uns, der die Zuſtände hier zu Lande auch nur eine kurze Weile beobachten durfte. Es muß zum Bruche kommen, Menſchen ſind Menſchen, mein Herr Graf. Und Ihre Landsleute ſind ſicher nicht blind genug, den günſtigen Zeitpunkt, den der jetzige Krieg viel näher rückt, thöricht zu überſehen. Wir gehen vielleicht dem ernſteſten Kampfe entgegen, den wir jemals zu be⸗


