16 Erſtes Kapitel.
er mit einer halb ſpottenden, halb— nennen wir's ein⸗ mal: luſtigen Unverzagtheit:„da ſind die Papiere. Kann der Herr Landsmann leſen, ſo leſe er. Wo nicht, müſſen wir vielleicht mit Flintenſchüſſen reden, wozu ich auch wieder bereit bin.“
Das ganze Weſen des Fremden. das neben aller Ruhe und Kaltblütigkeit etwas in ſich hatte, das einem Angreifer zur Vorſicht und zum Nachdenken zu rathen ſchien; der ernſt und ſchweigend beobachtende Graf; der unverhohlene Grimm, der in Detlef's rauhem Geſicht aus⸗ geprägt war,— das alles mochte die Beamten daran er⸗ innern, daß ſie, wenn auch Herren im Lande, doch nur ſelten zugleich Herren der Situation und dem allgemeinen Haß gegenüber in der ernſteſten Stellung waren. Zu⸗ gleich mochte dem Franzoſen das Auftreten ſeines Beglei⸗ ters auch nicht beſonders gefallen haben. Während ſie zur Durchſicht der Papiere zurückgetreten waren, flüſterte er wenigſtens ziemlich lebhaft auf den Anderen ein, wo⸗ durch er freilich nichts erreichte. Denn der erbitterte Menſch blieb in Mienen und Geberden bei einer beharr⸗ lichen Weigerung und gab endlich die Papiere mit den Worten zurück:„Wenn der Wiſch nicht geſtohlen oder gefälſcht iſt, mag er richtig ſein. Jedenfalls dulden wir aber keinen Landſtreicher, wie Er einer iſt, Burſche. Und daher zuerſt den Ranzen auf zum Viſitiren, und dann marſch fort zum Brigadier, der weiter entſcheiden wird. Wir wollen euch euren Hochmuth und Trotz ſchon legen, ihr Lumpengeſindel!“— Er griff dabei wieder nach der Taſche.


