Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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12 Erſtes Kapitel.

ſtillen Zügen, in denen man die tiefeingedrückten Spuren von körperlichen und geiſtigen Leiden nicht verkennen konnte. Und vor allen Dingen ſchauten unter leicht ge wölbten Brauen ein paar noch jetzt ſchöne, tief dunkel⸗

blaue Augen hervor, mit gleichfalls ſtillem, melancholi⸗

ſchem und dennoch wohlwollend freundlichem Blick, wie er Kunde gab nicht nur von der Güte des Herzens, ſondern auch von einer reichen Bildung deſſelben. Ein Kundiger liest viel aus ſolchem Augenpaar.

Jetzt ſah der Fremdling dies alles auf den erſten Blick und wunderte ſich nur darüber, daß es ihm bisher hatte entgehen können, ſo hell und unabweislich trat der vornehme Mann aus der einfachen Erſcheinung hervor.

Herr Graf, verſetzte er nun mit reſpectvollem Gruß

und Ton,meine Mittheilungen ſind allerdings von der

Art, daß ich ſie vor dem Einzelnen lieber ausſpreche als vor Mehreren.

Und ſeltſam, ſo einfach die Worte und die begleiten⸗ den Bewegungen waren, auch hier offenbarte ſich in ihnen doch ein ganz anderer Menſch, als der einfache Jägers⸗ mann, ſo daß der Graf gleichfalls mit ſichtbarer Ueber⸗ raſchung auf den Fremdling blickte und in einem von dem früheren ganz verſchiedenen Tone erwiderte:Ich bin zu Ihren Dienſten, obgleich Sie ſich vor meinem Be⸗ gleiter kaum zu geniren brauchten. Detlef, ſetzte er dem Alten zunickend hinzu,iſt ſo eine Art von Alterego; ſo viel haben wir gemeinſam durchgemacht.

Der Fremde antwortete nicht ſogleich. Sein Auge blickte vielmehr mit einer gewiſſen Schärfe an ſeinem Ge⸗