Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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Poveretti unterbrach den Buben mit der Meldung: die Bäurin laſſe die Herren zu einem Kaffee einladen, wenn es ihnen nicht zu gering ſei, in ihre ſchlechte Stube einzutreten. Von Herzen gern, erwiederte Herr Nehrlich haſtig.Treten wir ein, wandte er ſich dann an den Amerikaner. Die guten Leute würden es als eine Geringſchätzung betrachten, wenn wir ihre Einladung verſchmähten. Der Fremde folgte dem Notar, indem er den dunkellockigen Buben an der Hand führte, ohne Widerrede. Erſt jetzt begann derſelbe ſeine Um⸗ gebung mit ſchärfern Blicken zu muſtern. Als ſie beim Geiß⸗ ſtall vorbeigingen, ſchallte ihnen wiederum Rindergebrüll und Kuhglockengeläute entgegen.

Auf dem dreibeinigen Tiſch ſtand dießmal die dampfende Kaffeekanne und der Milchtopf, das Geſchirr hatte Herr Nehrlich herausgeſchickt, leider aber waren in der Eile die Löffel vergeſſen worden; ſo paßten nun freilich des Lumpen⸗ küblers Paar verroſtete runde Blechlöffel ſchlecht zu den ele⸗

ganten Taſſen des Notars. Neben der Kaffeekanne ſtand eine Schüſſel mit hochaufgeſchichteten dampfenden Strübli, welche Anni zu machen verſtand, der reichſten Bäurin zum Trotz.

Der Lumpenkübler war endlich auch eingerückt und wurde dem Amerikaner als einer der angeſehenſten Bauern der Gegend vorgeſtellt; er verhielt ſich aber ſehr zurückhaltend und ſchweigſam und ſchielte bloß zuweilen ſehnſuͤchtig nach dem Brett hinauf, wo hinter der großen Bibel die Schnaps⸗ flaſche verſteckt ſtand. Bethi und Liſi dagegen warfen, mit dem würdigen Herrn Paſtor zur Wette, verlangende Blicke auf des Amerikaners Uhrkette, nicht unterlaſſend durch allerlei kokette Manöver die Aufmerkſamkeit des Fremden auf ſich zu ziehen. Je wortkarger der improviſirte Landwirth ſich erwies, um ſo geſprächiger wurde die Hauswirthin, ſonſt Kienholz⸗ anni genannt, und unterhielt mit großer Zungenfertigkeit ihre Gäſte über Schweine⸗, Hühner⸗ und Kinderzucht, Flachsbau

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