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küblers auf den Weg. Vorher aber rief ſie den Rudeli her⸗ bei,— nicht etwa um das Frühſtück mit ihm zu theilen, ſon⸗ dern um ihm ihre Inſtruktionen für den heutigen Tag zu ertheilen.
Das Vergebenfreſſen, ſagte Anni, müſſe einmal aufhören; er wäre afe wohl groß, den ganzen Tag zu gvätterle*) und es wäre nun an der Zeit, daß er ſich nützlich mache und etwas verdiente. Er ſolle damit anfangen, auf die Landſtraße zu gehen; komme dann eine Kutſche, ſo ſolle er nachſpringen und nur nicht lugglaſſen**), man möge ihn noch ſo hart anbrüllen, insbeſondere wenn es ein Zweiſpänner oder gar ein Vierſpänner ſei— zuletzt würden die Herrſchaften müd vom bloßen Zulugen, und würfen ein Almoſen heraus, nur um ihn abzukommen. Auch bei Fußgängern, wenn ſie gute Kleider anhätten, könne er es probiren; er ſolle ſagen, der Vater ſei geſtorben, die Mutter krank und daheim hätte er noch ſieben kleine Geſchwiſter, die nichts zu eſſen hätten. Zur Abwechslung könne er auch ſagen, die Geiß ſei ihnen krepirt und ſie hätten keinen Tropfen Milch im Haus— letzteres ſchlage beſonders bei dicken Bauerfrauen, die vom Markte kämen, wohl an. Zwiſchen ein könne er Miſt aufleſen, wel⸗ chen man zwar nicht ſelber brauche, da das betteln mehr ab⸗ trage als das Pflanzen, aber bei den Bauern gegen Gigertſchi⸗ waſſer umtauſchen könne.
„Machſt du deine Sache gut“, fuhr Kienholzanni fort,„ſo darfſt du dann bald mit dem Sack ausziehen, bei den reichen Bauern Eier, Erdäpfel und Aepfel zu betteln,— haſt dann das luſtigſte Leben, triffſt viele Kameraden an, bleibſt in den Ställen übernacht und brauchſt nicht heimzukommen, bis der Sack voll iſt. An Markttagen darfſt du dann aber auch in die Stadt und kannſt, wenn es brav Kreuzer giebt, Wecken und Zuckerkandel kaufen.“
*) Gvätterle= ſpielen. **) Lugglaſſen= ſich entmuthigen laſſen.


