Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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der großen Oper zu Paris aufgeführt wurde, wo er in frühern Jahren als reichbetreßter Lakai in Gaͤngen und Vorhallen ſo manche liebe Stunde müſſig herum gelungert war. Brava, bravissima! Da capo, signora» und klatſchte dazu mit ſolchem Anſtand, als wären ſeine Hände mit den feinſten buttergelben Glacéhandſchuhen bekleidet. Die Waldgreth aber, nicht gewohnt, ſich in ſo fremdartigen Lauten Beifall geſpendet zu ſehen, ſtellte ſich mit rollenden Augen und flie⸗ genden Haaren vor Poveretti auf, um ihn mit einer Fluth von Schimpfwörtern zu übergießen. Dieſer, etwelchen ſüßen Zwang anwendend, zog die Schöne an ſeine Seite nieder und beſchwichtigte nach und nach ihren Zorn vermittelſt des Reſtes von Brantwein, der ſich noch in ſeinem Glaſe befand.

Der Apoſtelkopf hatte ſich unterdeſſen ebenfalls von ſei nem Aerger über den Armenverein erholt, derheine halte Militäire mit Kloſterſuppe hatte abfüttern wollen. Mit von Schnaps und Begeiſterung glühendem Angeſicht, lebhafter Mimik und ſchallender Stimme ſang er ein franzöſiſches Sol⸗ datenlied, welches mit den Worten ſchloß: vivent la gloire et les amours! Der Apoſtelkopf durfte dieß mit um ſo größe⸗ rem Recht, als er ein Regimentskind, ſein Vater ein Schwei⸗ zerſoldat im Dienſte des Königs von Frankreich, ſeine Mut⸗ ter eine Markedenterin geweſen war. Seine Carriere begann er als kleiner Rataplan; gleich ſeinem Vater trug er dann die Muskete und ward in Folge der glorreichen Julitage abgedankt. Später gerieth er Malern in die Hände, die ſei⸗ nen charakteriſtiſch ſchönen Kopf als Modell benutzten, bis nach und nach ſeine Naſe roth und ſeine Augen triefend wur⸗ den. Die Bettelfuhr brachte ihn in ſeine Heimatgemeinde, der es nun oblag, den Bürger, der weder dort geboren noch von einer Seele gekannt war, deſſen Sprache man nicht ein mal verſtand, in ſeinen alten hülfloſen Tagen zu ernähren und zu pflegen. Der alte Knabe kam, wie man zu ſagen pflegt, in dieKehr, nämlich der Reihe nach von einem Haus