Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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Morgens zwiſchen neun und zehn ausgezogen. Wo ſie ſeither geweſen, was ſie vollbracht, darüber Auskunft zu verlangen fiel weder Vater noch Mutter ein. Wären Liſi oder Bethi oder allebeide erſt am andern Morgen heimgekommen, der Lumpenkübler und das Kienholzanni hätten deßhalb nicht min⸗ der ruhig geſchlafen. Die Meitſchene, ſagten ſie, ſeien alt genug, für ſich ſelbſt zu ſchauen. Heute fand ſich jedoch der Kübler zu einer ausnahmsweiſen Bemerkung veranlaßt:was es mit dem fremden Herrn ſei, der dieſen Abend im Galgen⸗ hölzli herumgeſtrichen? Die Meitſchene ſollten einandermal ihre Liebſten anderswohin beſtellen. Bethi ſagte, das gehe ſie nichts an und ſetzte ſich faul auf dieKunſt. Liſi da⸗ gegen, welches heute keinen guten Markt gehabt, meinte, es habe zwar auch keinen beſtellt, aber es wolle doch hinaus⸗ gehen und nachſehen; wenn's ein hübſcher und reicher ſei, wäre es ſchade ihn ſtehen zu laſſen.

Liſi war noch nicht lange fort, ſo begann jemand heftig an das loſe lotternde Fenſter zu klopfen.Es iſt die Wald⸗ greth lachte Poveretti, der zunächſt ſaß. Er ſolle die alte Hexe mit einem Stecken vom Hauſe jagen, meinte Bethi. Warum? erwiederte der nachgemachte Teſſiner. War ja auch einmal ein Ding wie du, die Waldgreth, das in Sammt und Seide an die Jahrmärkte lief und auf keinem Tanzboden fehlte. Kein hoffährtigeres Jüngferchen ging je zum Baſel thor hinein. Die Thür ging auf. und die Waldgreth kam tanzend hinein, ein altes abgemagertes runzlichtes Weibsbild mit wirrem Blicke, rothen triefenden Augenliedern und Kleidern, die ihm in Fetzen am Leibe hingen. Am Arm trug es einen Korb mit Brodrinden und halb abgenagten Knochen gefüllt. Oben auf lag eine todte Krähe.Seht den Fund, ſeht den Braten! rief die Waldgreth, ihre Krähe an den Beinen faſſend.Habe ſie ab einem Scheunenthor geriſſen gibt mir eine gute Suppe, Hexenſuppe, Bettlerſuppe! Verſteh' mich auf Sup⸗