Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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zuſammengebettelt, angekauft hatte. Der Lumpenkübler über⸗ ſchaute geringſchätzig dieſen Proviant und zog dann eine an⸗ ſehnliche Strohflaſche unter ſeiner Blouſe hervor, die er auf das Brett über der Thüre ſtellte, wo in Häuſern, die auf Frömmigkeit halten, der Platz der Bibel und der Gebetbücher iſt. Seine triumphirend lächelnde Miene ſagte ungefähr: was frage ich dieſem groben irdiſchen Plunder nach? der Geiſt iſt der einzig wahre Jakob. Hierauf bemerkte er ſeiner würdigen Hausfrau:„wir werden wohl Gaſtig bekommen, da es heute Markttag iſt.“— Der Lumpenkübler hatte zwar weder Tavernenrecht, noch Pintenſchenkpatent; nichtsdeſtowe⸗ niger waren in ſeiner rußgeſchwärzten Stube um den unrein— lichen dreibeinigen Tiſch zuweilen mehr Gäſte verſammelt, als in vielen Wirthſchaften, deren Beſitzer ein Paar hundert Franken für's Patent bezahlen und ſelbſt ihre beſten Kunden und Stammgäſte ſind.

Das Eintreffen der Vorherſagung des Küblers ſchien in der That nicht lange auf ſich warten laſſen zu wollen. Ein einſamer Wanderer bog von der Landſtraße in den waldigen Graben, jenſeits welchem ehemals das verhängnißvolle Ge— rüſte mit den drei Pfeilern ſtand.

«Oh la bella vita militare!—

«Oggi qui, domani la——» tönte es aus einer etwas heiſern Kehle. Der braune Kala⸗ breſer, das linnene, ehemals weiß geweſene Sommerröckchen, das zerriſſene Schuhwerk und der Torniſter auf dem Rücken ſtimmten gut genug mit dem italieniſchen Liedchen zuſammen, welches der Wanderer wohlgemuth in den grünen Buſch hin— ein ſang. Und wer nicht am röthlichen Bart und den hell⸗ grauen Augen etwelchen Verdacht geſchöpft hätte, würde den Reiſenden ohne Bedenken für ein Kind des Südens, für einen deſertirten Lombarden oder Neapolitaner gehalten haben. Ohne weitere Umſtände, gleich einem Hausfreund und alten Stammgaſte, trat derſelbe in des Lumpenküblers Stube ein,