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„Die Berge ſtehen feſt,“ begann Hans Pöhlen mit einem ſchweren Seufzer.„Wie vor tauſend und aber tauſend Jahren ſchaut der Nieſen in's Siebenthal hinein und über den Thuner⸗ See hinaus in die weite Welt. Aber Menſchenwerk und Menſchenſinn ſind veränderlich. Seht, Herr, dort wo der Buntſchibach ſich in die Simme ergießt, auf dem ſteilen Gütſch, gerad ob dem Weißenburger Dorf, ſtand vor Zeiten das Schloß der Freiherrn von Weißenburg. Vor etlichen hundert Jahren mag die Burg mit ihren weißen Thürmen und Mauern ſtolz über das Thal weggeſchaut haben, und die Freiherrn von Weißenburg ſollen gar mächtige Herren geweſen ſein. Jetzt iſt die Burg zerfallen bis auf wenig graues mürbes Gemäuer, das von Brombeeren, Haſelgeſträuch und wilden Holderſtauden überwachſen iſt. Im Siebenthal gibt es längſt keine Freiherrn von Weißenburg mehr.— Jetzt hört, Herr,“ fuhr Hans fort, nachdem er ſich die hellen Schweißtropfen von der Stirne gewiſcht.„Mit dem Aenneli hat es eine beſondere Bewandtniß. Habt Ihr ſchon den langen grauen Altvater geſehen mit dem knochigen, eckigen Geſicht, das ausſieht als wär's ein Stück verwitterter Fluh, das einer ab dem Gantriſch oder Stockhorn heruntergeſchlagen? Er hat ein mühſeliges Geſchäft. In ſeinem hohen Tragkorb ſchleppt er zur Sommerszeit in Flaſchen gefülltes Weißenburger Waſſer vom Brunnen beim hintern Bad in's Dorf hinunter, wo es auf Wagen verladen wird, im Winter trägt er Kohlen. Schweigſam und aufrecht geht der Alte Jahr aus Jahr ein ſchwer beladen an ſeinem langen Stecken den ſteilen Weg. Das iſt Aenneli's Vater und er heißt Peter von Siebenthal.“
„Und dieſer Schwiegervater hat dir zu wenig Batzen?“ unterbrach ich den Träger, der aber verneinend den Kopf ſchüttelte.—„Seht, Herr, ſo ſchlecht des alten Peters Hütte iſt und ſo ſauer er ſich ſein Brod verdienen muß, ſo geht doch die Sage unter den Leuten, Peter von Siebenthal ſei vom Stamm und Blut der alten Freiherrn, die einſt von der
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