Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1854)
Entstehung
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hatte einige Repräſentantinnen der excluſivſten Sorte geſandt, mit denen man einen Scheffel Salz gegeſſen oder doch min⸗ deſtens etliche Eimer Thee geleert haben mußte, bevor man es wagen durfte, mit ihnen ein Geſpräch über die herrſchende Witterung anzuknüpfen. Baſel war durch einige behäbige Millionäre mit Frauen und Töchtern vertreten, die einige Aehnlichkeit mit gewiſſen Gemälden hatten, an denen man hauptſächlich die ſchönen Goldrahmen bewundert. Ferner war ein ziemlicher Ueberfluß an lang aufgeſchoſſenen Pfarrers⸗ töchtern vorhanden, ſchmal zwiſchen den Schultern, mit lang geſtreckten Hälſen und tief herabhängenden Schmachtlocken. Auch die Oſtſchweiz hatte ihr Contingent von Huſtern ge⸗ ſchickt. Selbſt von den geſegneten Geſtaden des Mittelmeeres, von Marſeille, Trieſt, Smyrna, hatte der Ruf der Quellen⸗ nymphe von Weißenburg gläubige Pilger hergelockt. Ob⸗ gleich die Mehrzahl der Gäſte der deutſchen Zunge angehörte, ſo wurde doch vorzugsweiſe franzöſiſch geſprochen. Wie hätte man den anweſenden Franzoſen zumuthen dürfen, deutſch zu verſtehen?

Die Herrſchaft, welche mit Vater.. angekommen war, führte den Grafentitel und irgend einen unausſprech⸗ baren böhmiſchen Namen Man nannte den jungen Herrn deß⸗ halb und weil unter allen blaſſen und erdfarbenen Geſichtern der Badegeſellſchaft das ſeinige unter dem ſchwarzen Locken⸗ haar hervor am blaſſeſten ausſah, nur denbleichen Grafen. Da in Weißenburg fette, wohlgenährte, rubicunde Geſtalten zu den größten Seltenheiten gehören, ſo hieß die Mutter des bleichen Grafen per se diedicke Gräfin.

Wie in andern Bädern, ſo iſt es auch in Weißenburg Hausregel, daß der friſche Ankömmling, ſei er noch ſo vor⸗ nehm oder reich, ſich bei Tiſche untenan ſetzen muß. So kam es, daß unten neben mir Vater J..... und das gold⸗ haarige Elſeli zu ſitzen kamen. Ihnen gegenüber, auf der an⸗ dern Seite des Tiſches, erhielten die dicke Gräfin und der