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kommt dann auch der deutſche Profeſſor, die Brieftaſche in der Hand, welcher alles beſſer gemacht hätte, wäre er nur dabei geweſen, als der Herrgott unſere Thäler modelte, iſt unverſchämt genug für einen, dem's nicht lauter in der Taſche klingelt. Nun, man nimmt einen in den andern und iſt nur froh, wenn unſer Herrgott recht viele kommen läßt. Denn ſeht, Herr, das iſt unſer Brod.“
Ich erwiderte neckend, es wurden alſo hier zu Land die Engländer, Franzoſen und deutſchen Profeſſoren gemolken, wenn die Kühe nach den Bergen getrieben worden.—„Frei⸗ lich“, fuhr mein Träger fort.„Es milkt wer melken kann. Und warum ſollte man nicht? Hat ja der liebe Gott den Iſraeliten, da ſie in der Wüſte irrten, auch Manna geſchickt, und dann fette Wachteln, auf daß ſie ſich davon nähren ſoll⸗ ten. Die Wirthe nehmen freilich den Rahm oben ab; die Führer, welche wälſch können, die Fuhrleute und Schiffer käſen auch noch fett genug. Da bleibt dann dem Burſchen, der nur noch gut genug iſt, einem langbeinigen Engländer ſeine Reiſeapotheke auf den Nieſen oder das Stockhorn nach⸗ zutragen, nicht viel mehr als der Zieger*), und das kleine Mädchen, das mit Alpenroſenſträußern am Wege ſteht, und der Bube, der johlt, wo ein lautes Echo iſt, die müſſen gar mit der Schotte**) vorlieb nehmen. Item, es bekommt am Ende doch jedes ſeinen Tropfen vom Segen, den uns der Herrgott in den Fremden ſchenkt zur ſchönen Sommerszeit.“
Ich dächte, bemerkte ich, den beſten Theil der Ernte nähmen die Grindelwaldner und Meiringer, die von Lauter⸗ brunnen und Interlaken vorweg.—„Leider wohl“, ſagte mein Führer etwas neidiſch.„Es fehlen unſerem Thal die hohen Gießbäche mit den Schulmeiſtern, ſo daran das Alp⸗
*) Zieger— die feſten Theile, welche aus der Milch gewonnen werden, nachdem der Käſe ſchon ausgeſchieden iſt. **) Schotte— Molken.
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